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Die grünen Dicken mit den Powerkräften
Die Avocado ist eine rundliche grüne Frucht mit exotischer Herkunft. Heimisch ist der bis zu 20 Meter hohe Baum, der zu den Lorbeergewächsen gehört, in Mittelamerika. Er wurde schon von den dortigen Ureinwohnern, den Azteken, kultiviert, den bereits sie schworen auf die wundersame Heilkraft und Vielseitigkeit der Avocado. Von ihnen bekam diese Frucht auch ihren Namen: ahuacat . Die Avocado-„Beeren“ entwickeln sich aus kleinen Blüten und diese haben es in sich. Sowohl mit männlichen und weiblichen Anlagen ausgestattet, zeigen sie je nach Tageszeit ein anderes Geschlecht. Auf den Plantagen allerdings werden Avocados überwiegend vegetativ durch Pfropfung vermehrt.

Welche Sorten gibt es?
Obwohl die ersten Avocados mit den Spaniern nach Europa kamen, sind sie erst seit gut 25 Jahren flächendeckend in den Lebensmittelgeschäften zu finden, denn erst die moderne Transportlogistik mit Kühlcontainern oder Kühlschiffen ermöglichte den Import. Es gibt weit über 400 Sorten, die sich alle in Aussehen und Geschmack unterscheiden. Aufgrund ihrer Blütezeit und Reifedauer kann man sie aber in drei Hauptgruppen unterteilen. Die eher kleinwüchsigen mexikanischen Avocados blühen im Winter und reifen im Sommer des nächsten Jahres. Experten erkennen diese Sorten an ihrem Anisgeruch und ihrer dünnen, ebenmäßigen Schale. Während die ebenfalls glatten westindischen Avocados im Frühjahr blühen und im selben Sommer reifen, benötigen die Früchte der guatemaltekischen Avocados länger. Sie blühen ebenfalls im Frühjahr, werden aber erst im darauf folgenden Sommer reif. Zu ihnen gehören die im Handel bekanntesten Sorten „Pinkerton“ und „Hass“. Die Hass- Avocado hat ihren etwas unglücklichen Namen von einem kalifornischen Gartenbesitzers erhalten. Dem Gärtner gefiel 1930 der nussige Geschmack und die cremige Konsistenz so gut, dass seine Hass- Avocado die Mutterpflanze aller im Handel erhältlichen Nachkommen werden sollte - so erzählt man sich. Und angeblich steht dieser erste Avocadobaum auch heute noch.
Die weit verbreitete birnenförmige, mit hellgelbem Fruchtfleisch ausgestattete Sorte „Fuerte“ ist übrigens ein guatemaltekisch- mexikanischer Mischling. Obwohl Mittelamerika immer noch ein Hauptanbaugebiet der grünen Exoten ist, gedeihen Avocados mittlerweile in allen tropischen und subtropischen Gebieten der Erde.

Welche „guten“ Inhaltsstoffe besitzen Avocados?
Avocados stehen manchmal in einem schlechten Ruf wegen ihres hohen Fettgehaltes. Nicht ohne Grund ist ein weiterer Name dieser Frucht „Butter des Waldes“. In Lateinamerika wird das Fruchtfleisch der Avocado auf Brot immer noch als Butterersatz genutzt. Avocados enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, insbesondere Ölsäure. Ihnen wird eine positive Auswirkung auf den Blutfettspiegel nachgesagt. Zusätzlich findet man einen hohen Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen, darunter Kalzium, Kalium, Eisen und Phosphor, Kupfer und Mangan. Avocados sind ballaststoffreich und ihre komplexen Kohlenhydrate haben einen hohen Sättigungswert. Das in den Früchten enthaltene Lecithin gilt gemeinhin als Nervennahrung. Und zu guter Letzt gilt die Avocado Kennern als „Abendfrucht“, denn sie enthält die Aminosäure Tryptophan. Daraus kann der Organismus das „Schlafhormon“ Melatonin machen, das für einen erholsamen Schlaf sorgen soll.


Wann ist eine Avocado reif?
Avocados werden - ähnlich wie Bananen – vorzeitig geerntet und reifen während der Lagerung. Die Früchte sind besonders vollmundig/schmackhaft, wenn sie auf leichten Fingerdruck etwas nachgeben. Wenn sie eine unreife Avocado gekauft haben und diese bald genießen möchten, können sie zuhause nachhelfen. Sie müssen die Avocados lediglich bei Zimmertemperatur mit einer reifen Banane oder einem reifen Apfel zusammen in eine Plastiktüte einschließen. Die Botenstoffe aus dem Obst regen die Avocado an. Auf keinen Fall sollten sie eine Avocado in den Kühlschrank legen. Das verzögert den Reifeprozess und kann zu Schäden an den Wärme liebenden Früchten führen. Am besten verarbeitet man eine Avocado erst kurz vor dem Verzehr. Beträufeln Sie die geöffneten Früchte sofort mit etwas Zitronensaft, denn so kann das Vitamin C der Zitrone vor dem "Anlaufen" schützen – die Schnittflächen werden dann nicht dunkel. Das Fruchtfleisch wird meist roh verarbeitet. Avocados eignen sich nicht für Gerichte mit längerer Garzeit, da sich beim Aufkochen oder zu langem Warmhalten Bitterstoffe bilden können.

Was macht man aus Avocados?
Während die Avocado hierzulande anfangs eher ein Luxusartikel war, kennen wir inzwischen durch ihre weite Verbreitung viele Avocadorezepte. Am bekanntesten ist wohl die Guacamole. Dazu püriert man das Avocadofleisch und würzt es je nach Geschmack mit Limettensaft, Knoblauch, Chili, Salz oder Peperoni. In ihrer Heimat werden die Avocados einfach in der Mitte geteilt, gesalzen und mit Tortillas und einer Tasse Kaffee genossen. Bei uns werden sie meist halbiert und mit Zitronensaft, Essig, Mayonnaise oder anderen Dressings garniert. Aufgrund der Reichhaltigkeit schätzt man das Avocado-Öl auch besonders in der Kosmetik. Masken aus Avocado-Mus sollen die Schutzfunktion der Haut stärken und die regenerativen Zellprozesse unterstützen. Eine Maske ist schnell hergestellt: Eine halbe Avocado mit einem Teelöffel Honig und zwei Teelöffeln Quark verrühren und sofort auftragen. Vor allem die Vitamine A und E aus der Avocado sollen die Haut vor Alterungsprozessen bewahren. Das Beste ist: die Reste schmecken auch noch lecker!

Unser Rezepttipp: Zwiebelfladen mit Avocadocreme, getrockneten Feigen und Räucherforelle





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