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Vom Klima verwöhnt
Wenn der Rest der Republik noch im Winterschlaf ruht, wird in der Südpfalz schon fleißig geackert. Bereits in der zweiten Februarwoche beginnt der Gemüsebetrieb Bauers Garten mit dem Pflanzen des Salates. Je nach Witterung wird dann bis Mitte November geerntet.

Das milde Weinbauklima macht es möglich. Von Februar bis November kann in Winden, 30 Kilometer westlich von Karlsruhe gelegen, Freilandsalat wachsen. Der Standortvorteil ist die besondere Stärke des Gemüsebetriebes von Achim Bauer und Katja Besselmann. Mit drei Hektar Pachtland legte Achim Bauer 1992 den Grundstein des Betriebes. Er stellte die Flächen nach Bioland-Kriterien um und erweitere den „Öko-Garten“ Zug um Zug: Gemeinsam mit seiner Frau Katja Besselmann bewirtschaftet er heute gut 70 Hektar Anbaufläche sowie 30 Hektar Gründüngung.

Februar ist Pflanzzeit
Wer im Februar schon Salat im Freiland pflanzt, muss das Pflanzgut entsprechend schützen. „Der Arbeitsaufwand für die ersten Sätze im Frühjahr ist immens, weil die Felder mit Vlies und mit Lochfolie doppelt gegen Frost abgedeckt werden und die Ernte auf diese Weise verfrüht werden soll“, erläutert Katja Besselmann das Verfahren. Über den Winter regenerieren die Ackerflächen mit Hilfe einer Gründüngung aus Wicke und Roggen. Da der Boden zu Jahresbeginn noch sehr kalt ist, erhalten die Pflanzen eine Startdüngung mit Hornmehl-Pellets, die sie leichter aufnehmen können. Mit widerstandsfähigen Pflanzen und geeigneten Kulturmaßnahmen beugt die Agraringenieurin Schädlingsbefall und Erkrankungen vor. Dabei werden im Bioanbau ein geringer Schädlingsbefall und ein leichter Unkrautbesatz einfach akzeptiert. Das Unkraut wird zudem durch mechanische Maßnahmen wie Hacken, Striegeln und Abflämmen und die arbeitsintensive Handhacke reduziert.

In der Sortenwahl setzt die Bio-Gemüseexpertin auf ihre eigenen Erfahrungswerte. „Ich will keine hoch gezüchtete Sorte auf meinen Acker haben, die hinterher im Anbau Probleme mit Fäulnis bereitet“, so Besselmann. „Wir bevorzugen Sorten, die gegen Mehltau resistent sind und sich im Anbau in den letzten Jahren als sehr robust erwiesen haben. Da wir nicht mit chemischen Mitteln dagegen vorgehen können, müssen wir vorbeugend agieren.“

Salatvielfalt mit Raritäten
Die Woche beginnt in der Südpfalz mit dem Rüsten der Pflanzmaschine, denn jeden Montag ist Pflanztag. Neben Eichblattsalat, Batavia- und Kopfsalat, Eissalat sowie dem der neuen Multiblattsorte Frilice - alle jeweils in rot und grün - werden in Bauers Garten auch Raritäten wie Zuckerhut oder Löwenzahn anbaut. „Wir fangen praktisch mit allen Salatsorten gleichzeitig an und führen die Bestände die ganze Saison durch. Im Schnitt werden rund 24 Sätze einer Salatsorte pro Jahr gepflanzt“, so Besselmann. Dabei sichert eine vielseitige Fruchtfolge den Pflanzen genügend Nährstoffe und laugt die Böden nicht einseitig aus. Ein Acker wird nur ein Jahr lang mit Salat bepflanzt, dann wächst drei Jahre lang etwas anderes darauf.

Auf der breiten Bänder-Pflanzmaschine sind sechs Mitarbeiter damit beschäftigt, die entsprechenden Töpfchen einzulegen. Ein Helfer sorgt für den Nachschub des Pflanzgutes, ein weiterer Mitarbeiter fährt den Traktor und die neunte Person kontrolliert eventuelle Lücken in den Pflanzreihen. Trotz Automatisierung ist der Gemüseanbau immer noch ein sehr arbeitsintensiver Vorgang. Zusätzlich zu den vier fest angestellten Mitarbeitern beschäftigt der Betrieb in der Saison daher einen festen Stamm von 35 polnischen Saison-Arbeitskräften. „Einige Helfer kommen schon seit fünfzehn Jahren zu uns und bringen teilweise schon die nächste Generation mit“, erläutert Besselmann. Neben dem Pflanzen erfordert auch die mechanische Unkrautbekämpfung im Bioanbau einen hohen Arbeitsaufwand. Personell gesehen sei der Betrieb eigentlich notorisch unterbesetzt und suche immer nach qualifizierten Mitarbeitern. So würden die beiden Betriebsleiter gerne mehr neue Kulturen wie Landgurken hinzunehmen, wenn diese Kulturführung von Mitarbeitern übernommen wird.

Eine eigene Waschmaschine für den Salat
Die für einen Bio-Gemüsebetrieb dieser Größenordnung vergleichsweise geringe Anzahl an Arbeitskräften zwingt die beiden Betriebsleiter zu einer klaren und professionellen Organisationsstruktur. Um den internen Ablauf und die Qualität der Produkte kontinuierlich zu optimieren, zeigt sich Achim Bauer äußerst experimentierfreudig. So hat der gelernte Agrartechniker beispielsweise bereits vor Jahren eine eigene Salatwaschmaschine konstruiert. Selbst bei starken Regenfällen, die viel Erde in die Salate spülen, verlassen damit nur relativ saubere Salate den Hof. „Wir legen großen Wert auf gute Qualität und optisch ansprechende Ware. Im Sommer können wir damit auch kleine Läusebestände gut auswaschen“, erläutert Besselmann der eingesetzten Reinigungstechnik.

Die „Waschmaschine“ besteht aus einem zwölf Meter langen Wasserbecken mit einem Förderband. Ein integriertes Gebläse sorgt unter Wasser zudem für einen „Whirlpool-Effekt“. Die Salatkiste wird in dem System zwischen zwei Gliederbändern erfasst und unter Wasser eingetaucht. Sie durch wandert dann komplett das Tauchbad mit Whirlpool und taucht auf der anderen Seite sauber wieder auf. Die erste Anlage Marke Eigenbau war acht Meter lang und wurde mittlerweile durch eine 12 Meter lange professionelle Waschstraße aus Edelstahl ersetzt.

Frisch gewaschen, wandern die Kisten anschließend ins Kühlhaus, um innerhalb von zwei bis drei Stunden auf zwei Grad Celcius runtergekühlt zu werden. Danach werden sie von einem dennree-Kühl-LKW abgeholt, der sie zum Verteilzentrum fährt. „Wir empfinden es als Luxus, nicht an den Lebensmitteleinzelhandel vermarkten zu müssen und beliefern ausschließlich den Naturkostfachhandel“, betont Betriebsleiterin Besselmann die Vorzüge dieser Organisation. Die Umgangsformen im Naturkosthandel unterschieden sich aus Ihrer Sicht sehr stark von denen im konventionellen Handel. Bei letzteres vermisst Besselmann zudem das Verständnis für die Besonderheiten des Bioanbaus. „Trotz Professionalität und günstigen Klimabedingungen kann es uns trotzdem mal eine Salaternte verhageln.“




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