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3 Fragen an Werner und Angela Michlits
Werner und Angela Michlits sind Winzer im burgenländischen Seewinkel.
Der Hof wird von der Großfamilie biodynamisch bewirtschaft.

Herr Michlits, was schätzen Sie so am Demeter- Anbau?
„Ich schätze am Demeter-Anbau ganz besonders, dass er eine lebendige und tiefgründige Form der Landwirtschaft ist. Die biodynamische Bewirtschaftung
lässt eine sehr intensive Begegnung mit der Natur zu. Man beginnt wieder Dinge zu spüren, alles ist lebendiger und vitaler, weil ständig neues Leben entsteht. Die Frage, wie man Materie mit Gehalt und Seele erfüllt, hat eigentlich die Menschheit schon immer begleitet. Und die Präparate von Rudolf Steiner stellen da den Bezug vom Irdischen zum Kosmischen wieder her und verstärken ihn. Wir arbeiten in und mit der Natur und machen sie nicht untertan.“

Was ist das Besondere an Ihren Demeter- Weinen?
„Weinbau gab es in unserer Region schon immer und die typischen Österreicher wie Zweigelt und Gründer Veltliner sind sicher auch unsere Botschafter. Wichtiger ist aber die Art und Weise des Wirtschaftens. Wir glauben, dass die für den biodynamischen Anbau so typische Lebendigkeit letztlich auch in den Produkten aufgesammelt ist. Um diese Natürlichkeit zu erhalten, beeinfl ussen wir den Wein so wenig wie möglich und greifen in den Prozess grundsätzlich nur dann ein, wenn es unbedingt notwendig ist. Wir vergären mit den natürlichen Hefen aus unseren Weingärten und setzen keine Reinzuchthefen zu. Das macht den Wein letztlich authentisch und so schön tiefschichtig.“

Neben Wein stellen Sie auch rebsortenreine Traubensäfte her. Kommt alles von den eigenen Reben?
„Wir haben uns ganz bewusst dazu entschlossen, dieselben Trauben für die Säfte zu nehmen, die wir auch für die Weine ernten. Wir haben einen weißen
Traubensaft vom Grünen Veltliner und einen roten Traubensaft vom Zweigelt. So wollen wir auch den Menschen, die keinen Alkohol trinken, die Möglichkeit geben, rebsortenreinen Säfte zu erleben, die so wie Wein von ihrem Standort getragen sind und der jährlichen Geschmacksvariation unterliegen. Denn die Säfte haben den gleichen Ursprung und Verarbeitungsschritte wie der Wein, nur dass erstere
vor Gärbeginn haltbargemacht werden. Unser Traubensaft ist ein enorm frisches und naturbelassenes Produkt, dass nur einmal kurz erhitzt wird.“



„Minimalistisch und sehr puristisch“.

Wein und Traubensaft vom Demeter-Weingut Michlits im südöstlichen Burgenland

„Meine Eltern haben schon vor etwa 19 Jahren auf Bio umgestellt und mit dem biodynamischen Anbau haben wir immer geliebäugelt. Den entscheidenden Funken hat dann meine Frau Angela zu uns gebracht, die von einem deutschen Demeter-Betrieb kam“, erinnert sich Werner Michlits. Die Familie sieht in dem biodynamischen Ansatz das i-Tüpfelchen in der Landwirtschaft. Er steht bei den Michlits´ für eine ganz lebendige, vitale und intensive Begegnung mit der Natur. Und weil die Pflanzen eben viel harmonischer wachsen, spiegelt sich diese Natürlichkeit auch im Wein wieder. „Denn wenn ich nicht gegen, sondern in und mit der Natur arbeite, dann habe ich ganz andere Perspektiven.“ ist sich der Winzer sicher.

Werner Michlits beschreibt seinen Hof als einen typisch Großfamilienbetrieb, der bio-dynamisch bewirtschaftet wird. Typisch heißt hier Mischkultur, wie sie früher allerorts zu finden war. Neben Acker-, Wein- und Obstbau wird von den drei Brüdern und ihren Eltern Viehzucht betrieben. „Meine Frau Angela und ich sind für das Weingut verantwortlich. Mein Bruder Hannes betreibt zusammen mit meinen Eltern die Landwirtschaft. Mein Bruder Lukas ist für den Obstbau verantwortlich und meine Eltern kümmern sich auch um die Rinderherde.“ So mühen sich 300 Angus-Rinder redlich, den Böden eine ganze Menge zurückzugeben.

Weil man in dieser Region schon immer Wein angebaut hat, setzt das Winzerehepaar auch auf typische, regionale Rebsorten wie Zweigelt, Blaufränkischen, Grüner Veltliner oder den Welschriesling. Um auch während der Verarbeitung den Steinerschen Anbaumethoden gerecht zu werden und die natürlichen Eigenschaften und Strahlkraft der Trauben zu bewahren, ist eine der höchsten Maximen auf dem Weingut das „Minimalkeller-Konzept“. Dabei wird unter anderem weitestgehend auf den Einsatz von elektrischer Energie verzichtet, weil die Winzer davon überzeugt sind, dass diese sich negativ auf die Natur des Weines auswirken. „Bei uns gehen die wichtigen Schritte mit Schwerkraft, um keine Pumpen verwenden zu müssen. Wir versuchen auch, nicht sofort in jeden Prozess einzugreifen, nur wenn wir unbedingt müssen und der Wein sonst Schaden nehmen könnte.“ erklärt Werner Michlits.

Sehr viel essentieller ist die Verwendung natürlichen Hefen, die auf den Trauben sitzen und aus den eigenen Weingärten kommen. Sie sorgen dafür, dass die Weine noch authentischer und tiefgründiger werden. Daneben bestimmen nur noch Sonne, Luft und genügend Zeit die Qualität und Ausprägung der Weine aus dem Burgenländischen Seewinkel. „Im Grunde sind unsere Weine so wie wir: Minimalistisch und sehr puristisch“.

Puristisch ist auch der Lagerort. Hier wird weder zusätzlich gekühlt oder geheizt. Die Kellerwände sind zwar isoliert, doch soll der Wein durchaus weiterhin den Temperaturschwankungen der Jahreszeiten ausgesetzt werden.

Doch auch subtilere Kräfte sind am Werk. „Man merkt auch bei den Weinverkostungen die Mondphasen sehr stark. Je jünger ein Wein ist, desto mehr spricht er auf diese Gestirnskalender an. Da kann es schon mal vorkommen, dass auch ein sehr guter Wein, zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkostet, seine Größe verbirgt. Zwei bis drei Wochen später ist er plötzlich wieder ganz hervorragend.“ schmunzelt der Werner Michlits. Dieser Effekt lege sich jedoch bei zunehmender Reife wieder.

In Prämierungen sieht der Winzer daher nur Momentaufnahmen und steht derartigen Bewertungen recht kritisch gegenüber. „Geschmack und Geschmacksempfinden sind sehr lebendig und von da her schon für jeden Menschen einzigartig. Was dem einen schmeckt und gut tut, muss nicht notgedrungen dem anderen schmecken. Da können Normierungssysteme und Prämierungen, so professionell sie auch gemeint sein mögen, eigentlich nur scheitern.“ Darum ermutigt er seine Kunden, sich eine eigene Meinung zu bilden, viel auszuprobieren und schließlich selbstbewusst für sich selbst zu entscheiden, was ihnen schmeckt und gut tut.

Gemeinsam steht man im internationalen Austausch mit anderen Weingütern und ist Mitglied in der von Nicolas Joly in Frankreich gegründeten Bio-Winzer Vereinigung „La Renaissance des Appellations“, die sich der Verbreitung des umweltschonenden Weinbaus nach biodynamischen Grundsätzen widmet. „Wir möchten Menschen anregen der industriell gewordenen Landwirtschaft kritisch zu begegnen. Einfach einen gehbaren und dabei schönen Weg aus der Sackgasse zeigen.“


Und weil sich nicht nur Weinliebhaber eine Meinung bilden sollen, gibt es den Zweigelt oder den Grünen Veltliner auch ohne Alkohol. Rebsortenreine Traubensäfte entstammen wie die Weine meist dem gleichen Ausgangsprodukt. So gilt für die rebsortenreinen Traubensäfte der gleiche Ansatz wie für die Weine. Auch hier kann man erleben, dass der Rebsaft der Jahrgangsvariation unterliegt. „Ich sag unseren Kunden immer, wir können dafür dankbar sein, denn so erleben wir jedes Jahr immer wieder aufs Neue und sehen die Natur ist jedes Jahr anders.“

Weitere Informationen über den Hof der Michlits finden Sie unter www.meinklang.at




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