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„Fruchtiger Begleiter zum Spargel"
Im niederösterreichischen Weinviertel, mitten in der Retzer Altstadt, liegt
idyllisch das Bioweingut der Familie Schnabl. Seit mehr als fünf Generationen
widmet man sich der Kunst der Weinkelterei. Markus Schnabl hat den
Betrieb im vergangenen Jahr von seinem Vater übernommen und ist Winzer
mit Leib und Seele.

Herr Schnabl, was ist das Besondere am Weinviertel?
„Das Klima hier ist sehr speziell. Mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 400 Millimeter regnet es bei uns relativ wenig und die Sonne scheint etwa 1.900 Stunden im Jahr. Damit kommen wir auf eine ähnlich hohe Sonnenstundenzahl wie im Süden Kärntens. Und das bekommt auch unseren Wärme liebenden Weinen sehr gut.“

Welche Reben wachsen in Ihren Weingärten?
Was sind momentan die Hauptarbeiten auf Ihrem Betrieb?

„Als Vertreter der „Roten“ haben wir den Zweigelt, Blauen Portugieser, etwas Merlot und ein bisschen Cabernet. Aber unser Betrieb widmet sich hauptsächlich den Weißweinen. Neben dem für das Weinviertel typischen Grünen Veltliner wachsen bei uns auch Welschriesling, Gelber Muskateller, Riesling und Chardonnay. Unsere Weißweine sind sehr fruchtig und spritzig. Das liegt an dem besonderen Mikroklima und unseren sandigen bis lehmigen Böden. Im Augenblick steht auf unserem Betrieb viel Handarbeit an. Nachdem der Stock im Winter zurück geschnitten wurde, müssen wir nun die neuen Triebe an die Drahtrahmen binden, damit sie daran entlang ranken können. Danach werden die Triebe, die unten am Weinstock wachsen, die so genannten Wasserschosse, entfernt.“

Welchen Wein empfehlen Sie zum Spargel?
„Unser Riesling ist ein sehr guter Speisebegleiter, den ich selber gerne trinke. Er geht vom Aroma eher in die Aprikosen- oder Pfirsichrichtung und passt hervorragend zum Spargel. Das bestätigten auch die Österreichische Weinmarketingservicegesellschaft (ÖWM) und das Gault Millau-Feinschmeckerteam. Dort wurde unser Riesling gemeinsam mit Spargel verkostet, in die „Selektion Spargelwein“ aufgenommen und die Weinkenner empfehlen ihn sogar als perfekten Spargelwein.“



„Qualität statt Quantität“

Das besondere und vielfältige Klima im österreichischen Weinviertel beschert den örtlichen Weiß- und Rotweinen eine eigene und unverkennbare Note. Seit mehr als fünfzehn Jahren wirtschaftet die Winzerfamilie Schnabl nun organisch-biologisch. Und das sehr erfolgreich. Mehrfach schon wurden die in Retz gekelterten Weine prämiert.

In Niederösterreich, nicht weit entfernt von der tschechischen Grenze, liegt die Weinstadt Retz. Dort steht auch das Haus der Winzerfamilie Schnabl. „Mitten in der Zeile steht unser Bauernhaus. Vorne das Wohngebäude und hinten, wenn sie über den Hof gehen, finden Sie die Wirtschaftsgebäude, wie das bei uns in der Region üblich ist.“ erklärt der Winzer Markus Schnabl. Nachdem sein Vater im letzten Jahr die Betriebsführung abgegeben hat, ist er jetzt der Chef auf dem Familienbetrieb, der sich seit mehr als fünf Generationen dem Weinanbau verschrieben hat. „Auf unserem Hof arbeiten neben mir als Betriebsführer trotzdem weiterhin meine Eltern mit. Mein Bruder ist der Spezialist für Computer-Angelegenheiten und macht das Büro.“ Die Ehefrau, Christine, kümmert sich um die sechste Generation, denn die jüngsten „Schnäbl“, die Zwillinge Klara und Martin, sind gerade mal ein Jahr alt.

In der Umgebung von Retz liegen auch die Familienweinberge, in denen seit 1995 organisch-biologisch gewirtschaftet wird. „Mein Vater ist ein sehr weitsichtiger Mensch und hat zu Beginn der 90er Jahre schon für sich erkannt, dass im biologischen Anbau die Zukunft liegt. Er hat zwar schon weitestgehend naturnah gearbeitet, hat sich aber schließlich dazu entschieden, komplett biologisch zu wirtschaften.“ Die Bodenbearbeitung findet nun nur noch zwischen den Rebstöcken statt. „Zwischen den einzelnen Rebzeilen haben wir begrünt, um Bodenerosionen zu vermeiden. Außerdem dürfen wir ja keinen mineralischen Dünger verwenden, also schauen wir, dass wir durch Gründüngung die Bodenqualität verbessern.“ Lippenblütler wie Luzerne und Erbsen können den Stickstoff aus der Luft sammeln und in den Boden einbringen, aber auch Stroh kommt in die Rebgassen, damit die Bodenlebewesen sich wohl fühlen und zur Humusbildung beitragen können und damit die Nützlinge einen Unterschlupf finden. „Es ist schon eine Herausforderung, biologisch zu wirtschaften“, erklärt Markus Schnabl. Bei hohem Schädlingsdruck können die konventionellen Landwirte mit dem Einsatz synthetischer Spritzmittel sozusagen „die Feuerwehr holen und kurzfristig löschen“. Das ist im Bioanbau hingegen fast unmöglich. „Wir müssen sehr viel im Vorfeld kontrollieren, sehr vorausschauend wirtschaften und den Rebstock beobachten. Aber genau das finde ich gut, denn es ist eine Freude, sich so intensiv mit der Natur auseinanderzusetzen“, so der Biowinzer.

Als Rebsorte ganz vorn steht bei den Schnabls der Grüne Veltliner. Daneben schwört Markus Schnabl aber auch auf weitere Weißwein-Klassiker. „Unser Riesling schneidet bei den Prämierungen immer recht gut ab, genauso wie unser Gelber Muskateller“, freut sich der Winzer. Aber auch Chardonay und Welschriesling dürfen auf dem Betrieb, der eine Vorliebe für die weißen Weine hat, nicht fehlen. „Sie sind sehr spritzig und bouquetreich ausgebaut. Der Grüne Veltliner ist eher pfeffrig und sehr fruchtig. Das liegt an unseren Böden.“ Doch auch die „Roten“ findet man in den Weinbergen der Winzerfamilie aus Retz. „Da haben wir vor allem den Zweigelt, Blauen Portugieser, etwas Merlot und ein bisschen Cabernet. Die Rotweine machen aber nur etwa ein Drittel des Anbaus aus, der Schwerpunkt liegt eindeutig auf den Weißweinen.
„Qualität kommt bei uns vor Quantität. Schon durch unsere sandigen Böden sind die Erträge grundsätzlich eher niedrig einzustufen“, so Schnabl. Dazu kommt, dass die Menge der Flaschen, die letztendlich das Weingut verlassen, ganz vom Jahresverlauf abhängt. Wenn alles gut läuft liefern die Reben einen Ertrag von rund 80 000 Liter. „Im letzten Jahr haben wir durch einen Hagelschaden einen großen Verlust erlitten, da konnten wir nur etwa die Hälfte der sonst üblichen Menge in die Flasche füllen“, erklärt Schnabl.

Die 1900 Sonnenstunden machen das Weinviertel zu einem besonderen Flecken in Österreich. “Wir leben hier in einem sehr sonnenstundenreichen Gebiet, das kann man schon mit Kärnten im Süden vergleichen“, freut sich Schnabl. Doch ein kleiner Wehrmutstropfen bleibt. Auch wenn der Wein die Sonne liebt, braucht er doch das Wasser zum Leben. Eine jährliche Niederschlagsmenge von 400 Millimeter ist dafür recht kapp. Daher haben sich die Winzer in und um Retz etwas überlegt. So ist in etwa 80 Prozent der Weingärten ein Bewässerungssystem vorhanden. Um die Bewässerung zu regeln, sind die Weinbauer der Umgebung genossenschaftlich organisiert. „Da kann nicht jeder einfach aufdrehen, wann er will. Nach Messungen der Bodenfeuchte wird vom Vorstand festgelegt, wann in welchen Intervallen bewässert wird“, erklärt der Biowinzer. Um überflüssige Verdunstung zu vermeiden, tropft das Wasser aus der Thaya, dem Grenzfluss zwischen Niederösterreich und der tschechischen Republik, in der Nacht durch die Schläuche an die Rebwurzeln.

Den Wunsch, einmal in einer anderen Weinanbauregion dieser Erde Reben zu pflegen und zu keltern, hat Markus Schnabl nicht: „Selbst wenn ich samt Betrieb umziehen könnte, würde ich trotzdem lieber hier im Weinviertel bleiben. Das Gesamtpaket überzeugt mich, angefangen beim Klima, über die Struktur, die Betriebsgrößen, die Natur. Das passt einfach im Ganzen“, zeigt sich der Winzer fest in der Region verwurzelt und ist in Gedanken wahrscheinlich schon wieder in seinen Weinbergen.

Weitere Informationen auf www.schnablweine.at




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