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Vielfalt als Programm
Für den Bio-Bauern Klaus Rapf ist die Bio-Vielfalt der wichtigste Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Das Zusammenspiel zwischen der naturnahen Pflege, gezielter Fruchtfolge und robuster Sorten wirkt sich positiv auf das gesamte Öko-System aus.


Herr Rapf, wie ist ihr Betrieb aufgestellt?
Wir bewirtschaften auf rund 60 Hektar Fläche einen Mischbetrieb mit Obst-, Wein-, Gemüse- und Ackerbau. Davon werden 21 ha als Weingärten genutzt. Die Sorten St. Martin und Sirius werden zum Beispiel als Tafeltrauben geerntet, da sie einen sehr guten Geschmack haben. Dank dem guten Klima im Seewinkel trotzen die Trauben Krankheiten wie Mehltau und reifen auf ganz natürliche Weise.



Wie gestaltet sich der Anbau von Tafeltrauben?
Der Anbau fordert viel Leidenschaft. Im Winter werden die Rebstöcke von altem Holz befreit und zurück geschnitten. Im Frühjahr biegen wir die Fruchtruten nach unten, dann können die Triebe sich schön gleichmäßig verteilen. Für die gute Durchlüftung der Rebanlage, entfernen wir regelmäßig Blätter. Wenn die Reifephase beginnt, starten wir mit der ‚grünen Lese‘. Wir pflücken einige erbsengroße Beeren, damit die verbleibenden Früchte mehr Kraft erhalten. Das steigert die Qualität der Trauben.

Warum ist die Sortenvielfalt so wichtig?
Durch unsere Zusammenarbeit mit der Arche Noah, der Gesellschaft zur Erhaltung der Vielfalt von Kulturpflanzen, ergibt sich auf unserem Betrieb eine bunte Sortenvielfalt. Wir bauen unser eigenes Saatgut nach und betreiben auch Saatgutvermehrung. Unsere Sortenvielfalt begünstigt eine gesunde Fruchtfolge. Die Pflanzen sind resistenter gegenüber Schädlingen und bescheren uns sehr gute Ernten.



Aufbruch in eine neue Welt
Der Weinbau sollte eigentlich nur ein Hobby werden. Doch der Kauf des kleinen Weinbergs in bester südsteirischer Lage im Jahr 2004 entpuppte sich für Klaus Rapf als Grundstein für ein neues Lebenskonzept. Der Hobby-Winzer wurde zum Bio-Bauern.

Tadten ist ein kleines Dorf im sonnigen Seewinkel. Hier haben sich Klaus Rapf und seine Partnerin Ilona Herbst ihren Traum vom Bio-Hof erfüllt. Den ersten selbst produzierten Wein - einen Rosé-Zweigelt - haben sie „Aufbruch“ genannt, denn damit begann ihr Start in eine neue Welt. Nach fast 20 Jahren kehrte der Informatiker der Softwarebranche den Rücken und wechselte in die landwirtschaftliche Urproduktion. Aus dem kleinen Weinberg ist inzwischen ein vielseitiger Bio-Betrieb mit Obst-, Wein und Ackerbau geworden. Hier ist von Mitte August bis Ende September nun die Ernte von Tafeltrauben in vollem Gange.

Im noch jungen Markt für Tafeltrauben hat Rapf mit seinen robusten Traubensorten einen festen Platz gefunden. „Unsere Tafeltrauben sind pilzwiderstandsfähige Sorten. In Jahren mit normalem Witterungsverlauf trotzen sie dem Mehltau und benötigen so wesentlich weniger Pflanzenschutz. Das wirkt sich positiv auf das gesamte Ökosystem aus. Darüber hinaus finden diese Sorten optimale Standortbedingungen im Seewinkel vor. Keine Krankheiten und die vielen Sonnenstunden entwickeln alle Trauben einen sehr guten, natürlichen Geschmack.“ Durch Zupachten von Weingärten im Seewinkel baute Rapf den Weinbau immer weiter aus. Heute bewirtschaftet der Quereinsteiger insgesamt 60 Hektar, davon werden 21 ha als Weingärten genutzt.

Der Schlüssel zum langfristigen Erfolg liegt für den Bio-Bauern in der Bio-Vielfalt. „Der Erhalt der Sortenvielfalt im Obst- und Gemüseanbau ist uns ein wichtiges Anliegen. Deshalb engagieren wir uns aktiv bei der Arche Noah und sind Slow Food Mitglied“, erklärt Klaus Rapf. Vielfalt ist für ihn Programm: Für die Wein- und Saftproduktion kultiviert er die allein elf verschiedene Traubensorten wie Zweigelt, Pinot Noir, Ruländer, Grüner Veltliner, Müller-Thurgau, Welschriesling, Muskat-Ottonel und Chardonnay. Die Sorten Sirius und St. Martin werden zum Beispiel als Tafeltrauben geerntet. Dank der Sortenvielfalt und der gesunden Fruchtfolge sind die einzelnen Traubenarten resistenter gegenüber Schädlingen und begünstigen die naturnahe Wirtschaftsweise.


Der Anbau von Trauben ist eine arbeitsintensive Angelegenheit und erfordert reichlich Fingerspitzengefühl. Um ein unkontrolliertes Wachstum der Rebstöcke zu vermeiden, werden die Reben in den Wintermonaten von altem Holz befreit und auf ein bis zwei Fruchtruten zurück geschnitten. „Bei starkem Winterfrost sterben die „Augen“ teilweise ab. Leider sind die pilzresistenten Sorten etwas weniger frosthart als andere, daher wird der Schnitt hier schon zur Herausforderung“, so Rapf.



Im Frühjahr werden die Fruchtruten nach unten gebogen und angebunden. Dadurch erreicht der Winzer eine gleichmäßige Verteilung der Triebe. Um die Durchlüftung der Rebanlage zu fördern, müssen durch den Laubschnitt Blätter entfernt werden. Bei Regen trocknet die Laubwand dann besser ab und die Voraussetzungen für einen Pilzbefall werden verringert. Wenn die Reifephase eintritt, beginnt dann die so genannte „grüne Lese“. Durch das Entfernen einiger schon erbsengroßen Beeren, erhalten die verbleibenden Beeren mehr Kraft. Die entlasteten Rebstöcke erreichen damit einen besseren Qualitätsbereich, den der Verbraucher schmeckt.

Mitte August beginnt die Lesearbeit. Das Erntefenster ist bei Tafeltrauben größer als bei Weintrauben und kann bis Ende September offen sein. Nach der Ernte werden die Rebzeilen und die Begrünung noch gepflegt, bevor für die Rebstöcke die Winterruhe beginnt.

Neben den vielen verschiedenen Traubensorten produziert der Bio-Betrieb außerdem eine breite Palette Fruchtgemüse. Rund 300 verschiedene Tomaten-, 25 verschiedene Auberginensorten und 100 verschiedene Paprika und Chili in allen Schärfegraden reifen auf den Feldern und im Folientunnel heran. Daneben pflegt der Bio-Bauer Spezialkulturen wie Tomatillo, Portulak, Andenbeeren, Amaranth, aber auch Feldgurken, Speisekürbisse, Rüben und Salate. Die enge Zusammenarbeit mit dem Saatgutvermehrungs– und Saatguterhaltungsverein Arche Noah sichert die bunte Sortenvielfalt auf dem Betrieb. Der Bio-Hof baut sein eigenes Saatgut nach und betreibt zudem Saatgutvermehrung für Arche Noah.

Für den Gemüsebau stehen je nach Fruchtfolge bis zu 15 Hektar zur Verfügung. Etwa sieben Hektar der bewirtschafteten Fläche dienen als Obstgärten. Hier sind hauptsächlich Äpfel, Birnen, Kirschen, Marillen, Nektarinen, Zwetschken und Himbeeren gepflanzt. Den Großteil der Obsternte verarbeitet der Spezialist für Vielseitigkeit zu Saft, Nektar und Marmeladen und vermarktet die Produkte direkt über Bauernmärkte. „Auf unserem Bio-Hof pflegen wir Sorten, die im Handel nicht mehr verfügbar sind. „Viele alte Sorten bestechen durch einen unbeschreiblichen Geschmack, sind jedoch oft sehr empfindlich und verderben rasch oder verlieren an Optik. Ein Beispiel ist die „Ungarische Beste" - eine Marillensorte, die hervorragend für alle Arten der Verarbeitung geeignet ist, aber rasch Druckstellen aufweist. Ein anderes Beispiel sind viele Fleischtomaten. Sie schmecken hervorragend, haben aber eine sehr dünne Haut, die leicht aufplatzt“, erläutert Rapf. Der Arche Noah- Aktivist hat sich zur Aufgabe gemacht, die schmackhaften, aber empfindlichen Sorten durch den Direktverkauf an die Endkunden zu erhalten.




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