Was ist Naturkosmetik eigentlich?

Ganz einfach gesagt: Naturkosmetik besteht aus natürlichen Rohstoffen. Mit einem Naturkosmetiksiegel wie z.B. NATRUE, CSE, Ecosmetica, ECO CERT, BDIH oder Bio-Austria garantiert der Hersteller, dass das Produkt zu einem bestimmten Anteil aus natürlichen Rohstoffen pflanzlichen, tierischen und mineralischen Ursprungs besteht. Naturkosmetika werden größtenteils aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und sind daher nachhaltiger als konventionelle Produkte, die aus synthetischen Inhaltsstoffen bestehen. Vorsicht bei der Produktwahl ist Veganer*innen geboten: Im Fall, dass tierische Rohstoffe, wie Bienenwachs und Lanolin zum Einsatz kommen, lohnt sich der 2. Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe.

Inzwischen braucht sich die Auswahl längst nicht mehr hinter dem konventionellen Kosmetikregal zu verstecken: Im Bereich der Naturkosmetik findet man bereits alles von Make-up über Körper- und Lippenpflege bis hin zu Deodorants, Shampoos und Cremen. In unseren Denns BioMärkten erwarten euch knapp 500 zertifizierte Pflegeprodukte.

Einer der Vorteile dieser Produkte besteht darin, dass sie im Vergleich zu konventionellen Kosmetikprodukten gesünder für den Körper sind. Auch für Allergiker*innen sind Naturkosmetikprodukte empfehlenswert: Sie beruhigen die oftmals empfindliche Haut durch die sanfte Wirkung von natürlichen Mitteln, wie z.B. ätherischen Ölen. Denn Reizstoffe, wie Parabene, Silikone oder künstliche Aromen, sind nicht in der natürlichen Pflege enthalten. Naturkosmetik ist zudem umweltfreundlicher, da sie auf schädliche Stoffe wie Mikroplastik verzichtet. Auch eine nachhaltige Verpackung hilft bei der Vermeidung von unnötigem Verpackungsmüll. Viele Hersteller setzen deshalb inzwischen auf Less Waste Verpackungen aus Glas oder Karton.

Bio-Kosmetik vs. Naturkosmetik

Für Bio-Kosmetika gelten grundsätzlich dieselben Kriterien wie für Naturkosmetika. Es muss nicht nur wie oben beschrieben das Ausgangsmaterial ein natürlicher Rohstoff sein, sondern auch die weiteren Be- und Verarbeitungsschritte sind wie folgt geregelt: So dürfen bei der Gewinnung und Weiterverarbeitung der Naturstoffe nur physikalische, mikrobiologische oder enzymatische Methoden angewendet werden.

Für Bio-Kosmetik wurden über die genannten Richtlinien hinaus Prinzipien aus den Anforderungen für biologische Lebensmittel übernommen. So machen erst Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau Naturkosmetik zu Bio-Kosmetik und erst dann dürfen Produktbezeichnungen wie "biologisch", "ökologisch" und Verkleinerungsformen wie "Bio-" und "Öko-", aber auch die Bezeichnungen "organic" oder "eco" allein oder kombiniert verwenden werden.

Pflanzliche und tierische Bestandteile landwirtschaftlichen Ursprungs müssen bei Bio-Kosmetik zumindest zu 95 % den Bestimmungen über die biologische/ökologische Produktion entsprechen. Zusätzlich muss ein biologischer Mindestanteil bezogen auf das Endprodukt vorhanden sein. Dies soll einer ungerechtfertigten Bio-Anpreisung, etwa im Falle einer wässrigen Lösung mit einer „homöopathischen“ Menge eines Rohstoffs in Bio-Qualität, entgegenwirken.

Der Vergleich mit konventioneller Kosmetik

Die synthetischen Inhaltsstoffe in vielen konventionellen Kosmetikprodukten haben auf den ersten Blick eine stärkere und schnellere Wirkung als die natürliche Pflege, die die Naturkosmetik verspricht. Jedoch bringen sie ihr eigenes Risiko mit sich: Dazu gehört unter anderem die Gefahr, dass sich die Haut an die Wirkstoffe gewöhnt und immer höhere Dosierungen benötigt, damit eine Wirkung bemerkbar ist.

Aufgrund der Inhaltsstoffe von konventioneller Kosmetik können darüber hinaus negative Nebeneffekte, wie Erkrankungen oder das Entwickeln von Allergien, auftreten. Außerdem wirken die Substanzen oft hormonstörend, wodurch besonders schwangere Frauen gefährdet sind. Es gibt hier zwar ebenso strenge rechtliche Vorschriften, dennoch besteht häufig ein Risiko für eine gesundheitsschädigende Wirkung. Zudem hinterlässt die Herstellung synthetischer Inhaltsstoffe meist einen großen CO₂-Fußabdruck. Sind tierische Rohstoffe enthalten, können diese aus der konventionellen Landwirtschaft stammen. Dann besteht die Möglichkeit, dass das Endprodukt Schadstoffe enthält, die noch aus der Produktion stammen.

Sehr oft sind konventionelle Kosmetikprodukte daher weder für die Haut noch für die Umwelt gut. Um Haut und Haare zu schonen und etwas Gutes zu tun, ist es deshalb empfehlenswert, sich beim Kauf für Naturkosmetik zu entscheiden. Eine merkbare Wirkung bedarf zwar vielleicht etwas Geduld, langfristig erhält man jedoch gute Ergebnisse mit reinem Gewissen und gesunder Haut.