Heimat für Tiere und Pflanzen, ein Ort der Ruhe, Platz für Sport und Bewegung und genau: Ort der guten Luft! Was diese Flecken Erde, voll mit hohen Bäumen, Sträuchern, Moos und Wiese für unser Leben, das Klima und den Boden zu tun haben, dazu hier mehr!

1) Österreich besteht zu knapp 50 % aus Wald

Die meisten Waldflächen findet man in der Steiermark, dem nach Niederösterreich zweitgrößten Bundesland Österreichs. Unglaubliche 3,4 Milliarden Bäumen stehen in unseren Wäldern, die aufgrund der geografischen und klimatischen Unterschiede sehr vielfältig sind: Es gibt 93 unterschiedliche Waldtypen, in denen eine Vielzahl von Pflanzen, Tieren, Pilzen und Mikroorganismen ihren Lebensraum finden.

Doch welche Baumarten wachsen in unseren Wäldern? Mit 80 % sind Nadelbäume eindeutig in der Überzahl, die übrigen 20 % fallen auf die unterschiedlichen Laubbaumarten. Der häufigste Baum in Österreich ist die Fichte mit einem Anteil von 57 %, als zweithäufigster gilt die Buche.

2) Wald sorgt für eine positive Energiebilanz

Das Holz in unseren Wäldern besteht zu rund 50 % aus Kohlenstoff (C). Aufgenommen wird dieser Kohlenstoff von den Bäumen in Form von Kohlendioxid (CO2), der wiederum aus der Atmosphäre stammt. Unsere Wälder speichern circa 985 Millionen Tonnen Kohlenstoff in der Biomasse und im Boden. Das Holz, das im Wald in Form von abgestorbenen Bäumen verbleibt, wird von Mikroorganismen zersetzt und der darin gebundene Kohlenstoff wieder als CO2 an die Atmosphäre abgegeben. Je gesünder ein Baum, desto besser kann er die Funktion, CO2 zu binden, erfüllen.

3) Artenreichtum, soweit das Auge reicht?

Der Wald ist Lebensraum für viele unterschiedliche heimische Tierarten: Vögel, Insekten, Reptilien, Amphibien und Säugetiere. Die oft stattfindende, frühe Abholzung bedeutet für etliche Pflanzen-, Bakterien-, Pilz- und Tierarten den Verlust des Lebensraums – denn für diese ist der Wald in seiner späteren Entwicklungsphase von großer Bedeutung. Auch Totholz spielt hier eine ausschlaggebende Rolle und ist ein Indikator für weite Teile der Artenvielfalt im Wald: Etwa 30 % der Pflanzen, Tiere, Pilze und Bakterien sind von Alt- und Totholz abhängig.

4) Echte Urwälder in Österreich

Hier bleibt altes und totes Holz liegen und bietet Lebensraum für viele Arten. Wirft der Wind Bäume um, werden sie nicht entfernt und Lücken bieten Raum zum Nachwachsen junger Bäume – genau, wir sprechen von Urwäldern! Dazu zählen einerseits ehemals weitläufige Urwälder, andererseits auch Naturwälder, die schon sehr lange nicht mehr oder nur mehr sehr wenig genutzt werden. Diese Wälder sind besonders wertvoll für die Artenvielfalt und die Natur und dürfen sein, wie sie sind. Ob in den hohen Tauern in Salzburg, im Kamptal in Niederösterreich oder im Wienerwald – in jedem unserer Bundesländer wird man bei der Suche nach einem Urwald noch fündig.

5) Wasserspeicher Wald

Der Wald spendet im Vergleich zu anderen Landnutzungsformen das sauberste Trinkwasser – bis zu 200 Liter Wasser kann dieser pro Quadratmeter aufnehmen. Ein intakter Waldboden nimmt das Regenwasser wie ein Schwamm auf und speichert es. Er dient bei langsamer Versickerung in den Grundwasserkörper wie ein reinigender Schmutzfilter.

Mehr zum Thema Wald und die faszinierenden Kreisläufe der Natur, die darin geschehen, finden Sie in der aktuellen Ausgabe des BioMarkt Magazins Kreo: https://www.bio-blog.de/kreo-das-biomarkt-magazin/#20220210