Situation in Österreich und Global

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Wasserverbrauch in österreichischen Haushalten beträgt 130 Liter, aufgeteilt in 27% für den Wasserhahn in Bad, WC und Küche, 25% für die WC-Spülung, gefolgt von 19% für Dusche und 10% für die Waschmaschine. Die übrigen ca. 20% teilen sich in die Bewässerung des Außenbereichs (Pflanzen und Pool) sowie die Badewanne und den Geschirrspüler. Nicht nur in Österreich ist der Wasserverbrauch in den letzten Jahrzehnten gestiegen, sondern auch weltweit: Seit 1950 hat sich der Wasserverbrauch verdreifacht. Die Landwirtschaft spielt dabei eine bedeutende Rolle. 70% des globalen Süßwassers wird unter anderem für Bewässerung, Tierhaltung und den Anbau von Futtermitteln benutzt. Das Wasser wird jedoch nicht einfach „verbraucht“, es wird lediglich genutzt und gelangt danach in den Kreislauf zurück.

Auch wenn in unseren Breitengraden noch genug Wasser zur Verfügung steht, verschlechtert sich mit dem Klimawandel die Verteilung der Niederschlagsmengen. So müssen selbst im Bio-Landbau immer mehr Flächen beregnet werden. Für die Produktion von Lebensmitteln in trockenen, wasserarmen Ländern, wie Spanien, Türkei oder Ägypten, kann der Wassermangel schnell zum Problem werden. Zu großer Wasserverbrauch führt beispielsweise dazu, dass der Grundwasserspiegel sinkt. Meerwasser verunreinigt gegebenenfalls das Grundwasser, welches dann nicht mehr direkt als Trinkwasser zur Verfügung steht. Zudem sind in vielen Ländern die Umweltstandards so gering, dass mit der Landwirtschaft eine weitreichende Wasser- und Umweltverschmutzung einhergeht.

Die drei Fromen des Wassers

Dass es drei verschiedene Arten von Wasserverbrauch gibt, zeigt ein Wasserbilanzierungsmodell, entwickelt vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). "Blaues Wasser ist Oberflächen- und Grundwasser, das in der Produktion beispielsweise für Bewässerung, Tierhaltung oder zur Mineraldüngerherstellung direkt eingesetzt wird. Grünes Wasser wird von Pflanzen und Boden während der Vegetationsperiode verdunstet. Graues Wasser bezeichnet jene Wassermenge, die nötig ist, um beispielsweise mit Nitrat, Phosphor und Pestiziden verunreinigtes Wasser in Grund- und Oberflächengewässern wieder als Trinkwasser aufzubereiten."

Die Vorteile der Bio-Landwirtschaft

Nach Bewertung von 250 Bio-Lebensmitteln und deren Wasserbedarf kam man zu folgendem Ergebnis: Die in der konventionellen und biologischen Landwirtschaft gebrauchten Mengen an blauem und grünem Wasser sind recht ähnlich. Ausschlaggebend für einen Vergleich verschiedener Produktionsweisen ist das graue Wasser.

Die biologische Landwirtschaft verursacht eine deutlich geringere Gewässerbelastung. Vor allem geringere Nitrateinträge sowie der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel wirken sich positiv auf den Wasserfußabdruck von Bio-Lebensmitteln aus. Im Einklang mit der Natur zu wirtschaften und so die Umwelt zu schonen, steht in der Bio-Landwirtschaft an erster Stelle: so passen die Bäuerinnen und Bauern die Wirtschaftsweise in besonderem Maße an Boden-, Gesteins- und Klimabedingungen an. Sie wählen Feldfrüchte und Fruchtfolgen aus, die das Grundwasser schützen. Das kann einen höheren Aufwand bei der Flächenbewirtschaftung, höhere Risiken und geringere Erträge zur Folge haben.

Soviel kann eingespart werden:

Ein Weg der Wasserressourcenschonung ist also klar der Bio-Landbau. Doch von wie viel Einsparung reden wir genau? Die vom FiBL errechneten Werte variieren zwar je nach Produkt, durchschnittlich senken die bisher rund 250 bilanzierten Bio-Lebensmittel den Wasserbedarf jedoch um etwa 15%. Noch deutlicher ist der Vorteil etwa bei Gemüse oder Schweinefleisch. Hier liegt das Wassereinsparungspotenzial von Bio im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft bei 25% oder darüber.