Der Schmäh beim Kaffee

Ulrich Salamun ist den meisten aus der Kabarettistengruppe maschek. bekannt, mit der er diesen Herbst anlässlich des 20-jährigen Jubiläums durch Österreich tourte. Jetzt im November widmet er sich aber wieder seinem anderen Beruf:  Bio-Kaffeebauer! Und das nicht irgendwo: Seine Kaffee-Finca liegt im Norden Nicaraguas, im Zentrum des Nationalparks Kilambé, nahe des gleichnamigen inaktiven Vulkans.

Wir durften uns mit Herrn Salamun über seine große Leidenschaft Kaffee unterhalten!

Herr Salamun, wie sind Sie zum Kaffeeanbau gekommen? Das ist ja kein alltägliches Hobby …

Vor mehr als fünfzehn Jahren bin ich auf einer Studienreise nach Nicaragua gefahren. Da habe ich mich sofort in die Natur und Leute dieses schönen Landes verliebt und beschlossen, in Ruhe wiederzukommen. Ich trinke sehr gerne Kaffee und habe schnell erkannt, dass es in Nicaragua großes Potential gibt. Durch die Unkenntnis simpler Schritte zur Qualitätssteigerung kommt es aber leider nicht zur Entfaltung. Was mich aber letztlich bewogen hat, selbst Kaffee zu produzieren, ist eigentlich die Betriebsspionage.

Betriebsspionage?

Ja! Wir haben den Kaffeebauern jahrelang ein Team aus Agraringenieuren für Schulungen zur Verfügung gestellt, welches ihnen die notwendigen Arbeiten im Kaffeejahr nahebringen sollte. Da die Produzenten aber anfangs die sanften, biologischen Maßnahmen, die wir ihnen vorschlugen, nicht ernst nahmen, habe ich eine Modellfinca angelegt, die beispielhaft die Auswirkung unserer Bewirtschaftungsart zeigt. Plötzlich kamen die benachbarten Bauern von alleine zu uns und haben uns gefragt, was wir wann machen! Durch die Betriebsspionage funktioniert der Wissensaustausch viel besser als vorher.

Wie ist es, in einem Nationalpark Kaffee anzubauen?

Der Nationalpark rund um den Berg Kilambé ist ein sehr sensibles Gebiet. Einerseits bezieht eine ganze Region ihr Trinkwasser aus den Quellen, die auf dem Berg entspringen, andererseits haben auch viele Tiere ihr natürliches Habitat auf dem Berg. Er dient ihnen als Rückzugsgebiet, wo sie ungestört brüten, jagen und leben können. Unsere Nachbarn sind allesamt Bauern. Ich sehe es als meine Aufgabe, durch unsere Modellfinca auch meine Nachbarn für den nachhaltigen und ressourcenschonenden Anbau von Kaffee zu begeistern. (als Zitat hervorheben)

Sie rösten den Kaffee im Burgenland, warum?

Kaffee ist ein Frischeprodukt. Darum muss er in dem Land geröstet werden, in dem er getrunken wird. Wir rösten ihn immer erst knapp vor der Auslieferung in einem klassischen Trommelröster, der die Bohnen besonders schonend veredelt, und in dem sie ihr Aroma wunderbar entfalten.