Der Biohof Kettler liegt inmitten von sanften Hügeln mit Feldern und Weingärten im Pulkautal. Hier lebt und arbeitet die Familie Kettler. Wir durften Johann und Ingrid sowie deren Töchter Susanne und Christine Kettler im Betrieb besuchen.

Warum entschieden Sie sich dazu, ein Bio-Hof zu werden?
Johann Kettler: Das hängt bei mir mit einer persönlichen Geschichte zusammen. Ich war nie ein  kränklicher Mensch, immer kerngesund. Irgendwann bekam ich aber Kopfschmerzen - oft wochenlang. Bis ich merkte, dass sie mit der Spritzzeit zusammenhängen. Ab da setzte in mir ein radikales  Umdenken ein und ich stellte den kompletten Hof zunächst auf „naturnahe“ und 1986 schließlich ganz auf biologische Bewirtschaftung um. Und das zu einer Zeit, wo dies gesellschaftlich noch alles andere als salonfähig war. Wir waren unter den ersten 300 Bio-Betrieben in Österreich!

Eine Besonderheit Ihres Hofes ist auch der Anbau alter Kulturen.
Johann Kettler: Genau. Das haben wir immer als Aufgabe und besondere Herausforderung gesehen. Schon die Generation meines Großvaters hat hier Hirse, Leinsamen und Linsen angebaut. Die  Wiederentdeckung alter Kulturen war uns immer ein großes Anliegen, weil wir damit sowohl Vielfalt als auch Ursprünglichkeit fördern.


Frau Kettler, Sie haben 2018 den Bio-Hof Ihrer Eltern übernommen.

Suanne Kettler: Ich durfte den elterlichen Betrieb letztes Jahr übernehmen und möchte deren Tradition weiterführen! Für mich ist Bio die logische Konsequenz aus unserem aktuellen Zeitgeist. Wenn wir darüber reden, den Planeten für unsere Kinder zu erhalten, wenn wir Photovoltaik-Platten auf die Dächer montieren, öfter mal das Rad nehmen oder auf Plastiksackerl verzichten, dann müssen wir auch über die Herstellung unserer Lebensmittel reden.



Ihre Produkte tragen den Namen „So wie‘s wächst“. Was steckt dahinter?

Susanne Kettler: „So wie´s wächst“ entspricht unserem Denken und Empfinden. Unsere Produkte kommen so in die Verpackung, wie sie natürlich auf dem Feld wachsen - ganz ohne irgendwelche Hilfsstoffe. Stattdessen versuchen wir mit Fruchtfolge und Vielfalt die Ertragskraft unserer Böden zu steigern. Es werden sämtliche Ernterückstände am Feld belassen und stehen so dem Kreislauf wieder zur Verfügung. Da wir dies schon lange so machen, hat sich ein sehr aktives Bodenleben entwickelt. Unsere Böden sind vital!

Apropos vital: Der Frühling steht vor der Tür! Können Sie uns einen Produkttipp geben?

Christine Kettler: Mein Lieblingsprodukt für den Frühling ist Polenta fein. Die verwende ich immer als Beilage statt Reis! Für die Kinder mache ich außerdem immer einen süßen Polenta-Auflauf. Als Frühstück ist ein Brei aus Hirseflocken ideal, um fit in den Tag zu starten.