„Traue nicht dem Ort, an dem kein Unkraut wächst.“ Diese Gärtnerweisheit ist auch auf den Acker übertragbar. Ökologische Landwirt*innen setzen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel ein. Das Unkraut – oder auch Beikraut – wird nicht weggespritzt, sondern mechanisch reguliert. Das bedeutet, dass die Kräuter und Gräser, die nicht auf dem Feld wachsen sollen, mit Anbaugeräten für den Traktor unter Kontrolle gehalten werden. Peter Stuckert, Leiter des Feldbaus auf dem Hofgut Eichigt, hat viel Erfahrung mit der mechanischen Regulierung der Beikräuter. „Wir können die Beikräuter in der Bio-Landwirtschaft nicht komplett vernichten. Das wollen wir auch gar nicht. Aber wir können die Felder so sauber halten, dass die eigentliche Kulturpflanze, wie hier die Erbse, gut wachsen kann“, erklärt er.

Peter Stuckert, Leiter des Feldbaus auf dem Hofgut Eichigt, kontrolliert das Ergebnis des Striegels. Zwei bis drei Mal werden die Erbsen so vom Beikraut befreit.


Die Beikräuter können mit verschiedenen Anbaugeräten reguliert werden. Neben der Hacke ist der Striegel besonders wichtig. Wie ein großer Rechen fährt er durch den Bestand, also die sich entwickelnden Erbsen. Die Zinken des Striegels sind individuell anpassbar. Jede Kulturpflanze braucht andere Einstellungen. Die Erbse ist zum Beispiel sehr sensibel. Bei ihr werden die Zinken nicht so scharf eingestellt – das heißt mit weniger Druck - aber stark genug, um die Beikräuter herauszureißen oder zu verschütten.




Die Zinken des Striegels ziehen die Beikräuter aus der Erde oder verschütten sie.


 „Wichtig ist es, dass die hochwachsenden Pflanzen, wie Kornblumen oder Klette, entfernt werden. Sie hindern die Erbsen daran zu wachsen“ sagt Peter Stuckert. „Niedrigere Beikräuter interessieren mich gar nicht.“ Mit rund 5 km/h fährt der Traktor durch das Feld. Den Erbsen macht diese Prozedur zwar nicht viel aus, trotzdem rechnet man mit etwa 10 % Verlust beim Striegeln und sät deshalb von Anfang an etwas mehr.

 

 

 


Erbsen sind eine sensible Kultur. „Die Erbsen verranken sich irgendwann. Bis das passiert, können wir noch striegeln, ohne die Erbsen zu stören und deshalb kontrolliere ich regelmäßig, wie sauber das Feld ist“, so Stuckert. Wichtig ist ein lockerer Boden, damit die Beikräuter verschüttet werden.

Fast jede Kultur ist zum Striegeln geeignet. So kann das Beikraut ganz mechanisch reguliert werden, die angebauten Pflanzen können wachsen und trotzdem bleibt die Vielfalt auf den Feldern erhalten.