Insektenhotels bieten verschiedenen Insektenarten einen Platz zum Nisten und Überwintern. Je unterschiedlicher die verwendeten Materialien im Hotel sind, desto mehr Insektenarten werden sich dort ansiedeln.

Wildbienen legen ihre Eier vorzugsweise in markhaltigen Pflanzenstängeln oder abgestorbenen Holzstämmen ab. Ist eine Ecke des Hotels mit Kiefern- und Tannenzapfen gefüllt, ziehen über den Winter Marienkäfer ein. Florfliegen machen es sich in Stroh oder Holzwolle gemütlich.

Insekten finden in der Natur immer weniger Unterschlupfe, um ihre Brut abzulegen oder sich für den Winter zurückzuziehen. Deshalb werden Insektenhotels immer wichtiger. Übrigens trifft es der Begriff Insektenhotel nicht eindeutig, schließlich ziehen die Insekten nicht nur für eine Nacht im Hotel ein, sondern verbringen eine deutlich längere Zeitspanne am Insektenhaus, um ihre Brut aufzuziehen oder zu überwintern.

Zusammen mit Wolfgang Degelmann vom Bund Naturschutz zeigen wir Ihnen, wie Sie ein Insektenhaus für Ihren Garten oder Balkon bauen und Insekten wertvollen Lebensraum schenken.

Als Häuschen eignen sich leere Konservenbüchsen (scharfe Kanten abschleifen), Holzkistchen oder ein aus unbehandeltem Holz gebauter Korpus.

Befüllen Sie das Insektenhaus mit verschiedenen Materialien, einige finden sich bei einem Waldspaziergang oder in der Nähe von Gewässern. Als Füllung eignen sich z.B. trockenes Hartholz (Buche, Eiche, Esche, Obstbäume), Holzwolle, Bambus- und Schilfhalme, Brombeer- und Himbeerstängel, Zapfen, getrocknetes Gras oder Ziegelsteine.

Materialien:

  • Sperrholzplatte
  • Dachpappe
  • Unbehandelte Holzbretter
  • Nägel
  • Holzwolle
  • Stroh
  • Zapfen
  • Pappkarton
  • Getrocknetes Hartholz, z.B. Kirsche
  • Markhaltige Pflanzenstängel
  • Schilfhalme
  • Bambusstängel
  • Ziegelstein
  • Draht
  1. Bretter auf eine Länge von 20 cm zuschneiden und zu einem quadratischen Korpus verschrauben. Die Sperrholzplatte als Rückwand festschrauben.
  2. Mit einem Holzbohrer Löcher in das Hartholz bohren. Idealerweise unterschiedliche Größen von 3-10 mm. Die Bohrungen sollten glatt und splitterfrei sein, damit die Insekten sich nicht verletzen. Splitterungen und Fasern ggfls. abfeilen.
  3. Die Löcher des Ziegelsteins mit den Pflanzenstängeln und Halmen füllen. Haben die Stängel zwei Öffnungen, verschließen Sie eine Seite mit einem Tropfen Wachs.
  4. Insektenhaus mit den Materialien füllen.
  5. Hasendraht an den Korpus tackern. So können die Materialien nicht von Vögeln herausgezogen werden.
  6. Das Insektenhaus mit einem Dach versehen, damit es vor Wind und Regen geschützt ist

 

 

Stellen Sie das Insektenquartier an einem Ort auf, an dem Insekten ausreichend Nahrung finden. Platzieren Sie das Haus mindestens einen Meter über dem Boden oder hängen Sie es in einen Baum. Mit bienenfreundlichen Pflanzen, Trinkmöglichkeiten und naturbelassenen Ecken, schaffen Sie ein wahres Paradies für Insekten in Ihrem Garten. 

Mit dem Insektenhaus locken Sie zahlreiche Nützlinge in Ihren Garten, die zum einen Schädlinge fressen und zum anderen fleißig Blüten bestäuben.

Wildbienen sind Einzelgänger*innen. Da sie keinen Bienenstaat verteidigen müssen, stechen sie (eigentlich) nicht. Und wenn doch, ist ihr Stachel zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen. Machen Sie sich also keine Sorgen, wenn sich Wildbienen in der Nisthilfe ansiedeln.